(mit einigen praktischen Reiseinfos- und -tipps am Ende ↓, die Sie woanders so nicht finden können)
Die bereits an einen festen Kreis von befreundeten Leser:innen als Signal-Posts versandten Reiseberichte (vgl. die entsprechenden screenshots) unseres Aufenthalts in Australien (Okt-Dez 2025) werden hier auf der Internetseite aufgrund der privaten Inhalte z.T. nur auszugsweise wiedergegeben (zu den beruflichen Aspekten s. → hier und → SIMK). Zudem werden im Folgenden nur einige wenige der vielen Fotos ↓ eingestellt (allein von der grünen Flora und den Küstenabschnitten gibt es mehr als 100 festgehaltene Augenblicke; insg. reichen die Aufnahmen für eine abendfüllende Lichtbildshow). Interessenten erhalten auf Nachfrage (bitte via Email mit vollständiger Kontakt-Adresse) die Reiseberichte ggf. via Email zugesandt.
Reisebericht 1:
Nach 19 Std Flug mit einem längeren Stopover in Singapur (vermindert auch den Jetlag) kamen wir vor drei Tagen abends in Brisbane an. Bei 38 Grad haben wir vorgestern einen kleinen Roadtrip im Pkw durch die Qld-australische Frühlingslandschaft (die Jacarandas blühen noch) und den nahen Nationalpark im Brisbane Forrest gemacht und abends zusammen mit früheren Uni- und Mediationskolleg:innen diniert (lecker Thai). Die Auswahl an ethnisch und kulturell variationsreicher Kost ist auch ein Pluspunkt für 🇦🇺. Auch der Kaffee hier ist seinen Namen wert (s. Foto). Nur mit der Abfallvermeidung und mit dem CO2-Vermeidung haben die es hier nicht so ….🥴 Gestern hat es nur geregnet bei angenehmen 20 Grad. Deshalb haben wir nur unsere früheren Wohnungen/Häuser bzw frühere Nachbarschaft an- sowie an meiner alten Wirkungsstätte, der UQ vorbeigeschaut (man beachte, dort sind die juristische und die sozialwissenschaftliche Fakultät in einem Gebäude, wenn auch rechts und links von Haupteingang getrennt). Ein Foto stammt von 2001, welches ? 😅.

(Ergänzung Reisebericht 1) Beiliegend überwiegend landschaftliche Eindrücke ↓ (vom Alltag und dem leckeren Essen 😋 haben wir keine Fotos gemacht) von den ersten 🇦🇺 Wochen in Qld (Brisbane und naheliegende Nationalparks, ua Lamington, Springbrook, Kondalilla Falls, Glashouse Mountains sowie Sunshine Coast).
Morgen geht es weiter nach Melbourne.
Beste Grüße 👋 aus down under 🌏
Reisebericht 2:
G’day 🔆aus Melbourne,
der wohl am europäischsten geprägten Stadt in 🇦🇺. Sie ist sehr wuselig, extrem laut, aber sehr interessant, ethnisch divers und mit seinen Stadtteilen durchaus vergleichbar mit Berlin.
Gestern war ich nach der Arbeit im Kampagnenoffice von „Friends of the Earth“, der australischen Version vom BUND, die hier aber eine stärker grassroot aktivistische Rolle und eine erheblich breitere politische Agenda verfolgt als der BUND in Deutschland. Fridays for Future existiert, aber kleiner und unter anderem Namen („School Strike 4 Climate“ -SS4C). Scientist for Future (S4F) gibt es hier so nicht. Es gibt aber ein nationales Netzwerk namens Future Earth Australia (hosted by the Australian Academy of Science), welches sich mit Wissenschaft, Forschung und Klimathemen, Umweltforschung und Nachhaltigkeit beschäftigen — aber wohl nicht so institutionalisiert wie „Scientists for Future“. Leider findet hier keine Klimastreikgroßdemo, sondern nur einige dezentrale Veranstaltungen aus Anlass der COP in Belém statt. Neben dem immensen CO2 Verbrauch aufgrund der fossilen Energiegewinnung (Photovoltaik steckt trotz Sonnenüberschuss immer noch in den Kinderschuhen) ist ein besonders hervorstechendes Problem in 🇦🇺 ist die Einwegkonsumkultur und mangelnde Abfallvermeidung. Es gibt also hier genug zu tun.
Nächste Woche geht es für mich aber erst einmal weiter Richtung Adelaide und in die Ruhe der Natur🍃.
Beste 🪃 Grüße 🖖 aus 🌏
Reisebericht 3:
G’day from down under 🌏.
Der 3. Teil der Reise down under war anders als die beiden vorhergehenden und z.T. anders als erwartet. Wir folgten weitgehend alten Spuren (der Reisen und Ausflüge in den früheren Aufenthalten down under), wollten uns mehr Zeit nehmen, zwei Wochen Roadtrip (Great Ocean Road, Otway Natl Park, Grampians und Kangaroo Island), the great Outdoors. Wir hatten schöne Begegnungen (insb. wildlife and nature, u.a. auch mit sehr freundlichen, hilfsbereiten Rangern, local Aussies, netten Campern und anderen Reisenden, …) und einige wenige weniger schöne Erlebnisse (z.B. gleich zu Beginn Ärger mit dem Campervan, manche Begegnungen mit rücksichtslosen , Autofahrern, Viehtransportern, Touristen, …), z.T. unerwartete Wetterbedingungen (Frühling in South Australia mit angeblich ungewöhnlichem Wetter, d.h. z.T. unter 12 bis über 32 Grad, sehr viel Regen und Nässe, häufig extrem windig), mit ganz anderen Tagesabläufen und (Outdoor) Aktivitäten als im Alltag, bewussten bzw. erwarteten (Komfort-)Einschränkungen (Naturcamping ungeachtet der luxuriösen Enge eines Campervans; Trinkwasser sollte man im Laden kaufen und es schmeckt dennoch nicht so gut wie das Leitungswasser zuhause). Nicht überall hat man Internetzugang (das war erwartet und erwünscht), obwohl das Alltagsleben hier mittlerweile darauf ausgerichtet ist und auch die abgelegenen, wild-remoten Nationalpark-Campgrounds müssen vorab online gebucht werden (das war unerwartet ebenso, dass insb. an den Wochenenden viele Plätze voll waren). Auch in Australien hat die Camperdichte seit der Coronazeit extrem zugenommen, nach unserem Eindruck dafür aber die Zahl der 🦘 abgenommen. Die Koalas hängen entspannt-zugedröhnt in den Bäumen. Dafür singen die Kookaburras und Lyrebirds erstklassig. Die Kakadus sitzen am falschen Platz und stibitzen das Essen. Die Pelikane warten geduldig und hoffen, etwas vom Fisch abzubekommen.





Wir sahen viel, manch Altbekanntes, einiges Neues bzw. Verändertes. Wir sammelten zahllose Eindrücke, Impressionen und Bilder („take a picture, leave a footstep only“, wobei sich nicht alle Menschen an die letzte Mahnung halten, die Einwegkultur und das Abfallproblem in Australien hatte ich bereits in einem früheren Post beklagt😖), nahmen einige davon auf und mit, Fotos v.a. der (für uns außergewöhnlichen) Fauna (🦘🐨🦜 et al.) und Flora (australischer Frühling!), wilden Landschaften und Situationen.
Die Sichtung schwarzer Schwäne (ja, wir haben sie in echt gesehen) sollte nicht nur die Finanzwirtschaft daran erinnern,
dass seltene Ereignisse das sind, was sie sind: selten, aber durchaus möglich, positiv wie negativ (Börsencrash. AfD-Regierung, aber auch Trump-Sturz und Putins Niederlage oder die Einheit oder Zerstörung Europas …). Aber es sind nicht nur die unerwarteten Ereignisse, die uns Menschen dazu bringen sollten, unsere Sicht der Dinge mitunter zu ändern. Die Folgen des Klimawandels sind gerade auch in Australien sehr spürbar. In Gesprächen mit Kolleg:innen und anderen Wissenschaftlern wurde leider auch deutlich, dass es Aufklärung, Vernunft, Wissenschaft und Rechtsstaatlichkeit in Australien zum Teil noch schwerer haben als in Deutschland und Europa. Z.B muss sich in Victoria, dem wohl am wenigsten reaktionären (in manchen Angelegenheiten wie der Anerkennung indigener Rechte sogar fortschrittlichsten) australischen Bundesstaat, die derzeitige Regierung heftigen populistischen Attacken der führenden Oppositionspartei (sog. „Liberals“) erwehren, die fordert die erst vor kurzem vorgenommene Anhebung der sog. Strafmündigkeitsgrenze auf 14 Jahren wieder zurück zu nehmen (in den meisten anderen australischen Bundesstaaten liegt die Grenze der strafrechtlichen Verantwortlichkeit bei 10 Jahren 🫣). Als gebe es weltweit nicht genügend Evidenz, dass dies der falsche Weg ist. Auch hier, inhaltlich wie geographisch, hat die Aufklärung nicht alle erreicht.
Adelaide ist eine relative kleine, überschaubare „Großstadt“. Besonders beeindruckt hat uns der Besuch der Art Gallery of South Australia mit seiner Verbindung von traditioneller indigener und moderner australischer Kunst.





Bei all den Kilometern, wegen Camping und dem Drumherum, Sightseeing und Aktivitäten blieb fast zu wenig Zeit zum Lesen. Sowohl inhaltlich wie sprachlich die reine Freude war für mich das neue Buch von Daniel Glattauer „In einem Zug“, mein Jahrgang, mein Humor 🤣, meine Leseempfehlung des Jahres. Soweit wir Internetzugang hatten, konnten wir down under das Onleihe-Angebot der Stadtbibliothek Hannover nutzen sowie die Onlineausgabe der SZ 📰 downloaden. Wir konnten also neben der Tagesschau die Nachrichten (so unerträglich sie mitunter sind), wenn auch öfters bzw gerade weil zeitversetzt nicht nur in gewohnter journalistischer Qualität verfolgen (die australischen Medien sind in den letzten 25 Jahren nicht besser geworden), sondern auch die übrigen Rubriken der SZ (stets beginnend mit dem Streiflicht) wie immer mit Genuss lesen. Nicht verzichtet werden musste selbstredend auf gutes Essen; zum einen hatte der Campervan einen externem Gasgrill, was das Barbecue überall möglich machte; aber auch unterwegs gab es manch gute Einkehrmöglichkeit (Platz 1 bekommt die „Fischbude“ in Kingston SE für den delikaten Flachkopfwels, Lobster sowie super lekkere patat (sic!) mit Aioli; Platz zwei die dortige Bäckerei für ihre pies). Allerdings war der Kaffee/Cappuccino in South Australia nirgends so gut wie in Queensland! Dafür gab es erfrischendes Gingerbeer und abends zum Ausklang des Öfteren sehr guten australischen Weiß- wie Rotwein.
Was neben den Fotos bleibt, sind (aufgefrischte) Erinnerungen, neue Erfahrungen, Einblicke und Perspektiven.
Nach drei Tagen in Adelaide geht es nun weiter nach Perth und Westaustralien zum vierten Teil der Reise.
Beste 🪃 Grüße aus 🌏
Reisebericht 4:

G’day from down under 🌏 und good bye West-Australien. Heute geht es zurück in die Heimat. Ich sitze in Perth im Flughafen, den Campervan mussten wir heute Vormittag abgeben, der Flug geht erst in einigen Stunden und so nutze ich die Zeit für den Versuch, das Gesehene und Erlebte sowie meine Notizen und Gedanken der letzten Wochen für den 4. Teil meines Reiseberichts zu ordnen und zusammen zu fassen.
Da die Zahl der Textzeichen und Fotos (allein von der grünen Flora und der türkis-blauen Küste habe ich an die 100 gemacht) auf Signal begrenzt ist, werde ich den Post ohnehin wieder aufteilen müssen und den gesamten Text nur an einen kleineren Kreis von Familie, Freund:inn.en (anstelle meines traditionellen Jahresendbriefs „between the years„) bzw. auf Nachfrage zu senden.
Das Beste kommt oft zum Schluss und so war es – zumindest in touristisch-urlaublicher Hinsicht – auch bei dieser Reise. Wer noch nie in Australien war, dem empfehle ich neben Queenslands Norden auch West-Australien (ist auch nicht ganz so weit weg, gegenüber Brisbane oder Sydney spart man 4-5 Flugstunden). So interessant man Brisbane, Melbourne, Adelaide und Sydney (letzteres und NSW hatten wir dieses Mal ohnehin ausgespart; die Hauptstadt Canberra wird von den meisten Reisenden ohnehin umfahren) eingebettet in die jeweilige Umgebung finden mag – wegen der Städte würde mensch (zumindest ich) die lange Reise wohl nicht unternehmen, wenn man dort (arbeitstechnisch wie zB ich in Sachen ADR) „nichts zu tun“ hat, sondern etwas Neues und Schönes (d.h. für mich v.a. in der Natur, in der Landschaft, an der Küste am Meer, südlich ist da nur noch die Antarktis) entdecken, erleben und in sich aufnehmen möchte. Bau- und kulturtechnisch können die australischen Städte ohnehin nicht mit den europäischen mithalten. Mein australischer ADR-Kollege Laurence war bei seinem Besuch in Hannover begeistert, weil er zB das „Neue Rathaus“ für ein Schloss gehalten hatte und bei der Ansicht des alten, seit dem 15. Jah. in Backsteingotik errichteten, heute überwiegend als Standesamt benutzen Gebäudes „sprachlos“ feststellte, dass down under jedes erhaltene Bauwerk von mehr als 150 Jahren eine Attraktion sei. Und Perth, die Hauptstadt West-Australiens, kann in Hinblick Stadtansicht und -Leben (d.h. für mich insb. variationsreiches Streetlife und Kulinarik) ohnehin mit den anderen o.g. mithalten. Der Grund für die diesmalige Reise war für mich neben den Arbeitsinhalten vor allem Fauna und Flora, die Natur, die Weite und Rauheit des Landes, the great outdoors, Bushland und Outback, der australische Frühling, ….. Und in dieser Hinsicht ist der Westen Australien unschlagbar, auch wenn wir uns dieses Mal nur auf den südlichen Teil beschränkt haben. 2017 waren wir auch im nördlichen Teil, wollten uns aber dieses Mal auf eine Region konzentrieren, um nicht so viele Kilometer und Tage fahren zu müssen und mehr Wandern, Schauen, Genießen, Kaffeetrinken etc. zu können.
Die Ankunft in Perth bei knapp 40 Grad war heftig, nach oft deutlich unter 12-20 Grad in Südaustralien. Wir hatten dann aber letztlich bestes Wetter bei Tagestemperaturen um die 20-25 Grad (die letzten 3 Tage in der Region Perth wieder über 33 Grad), gelegentliche kurze Schauer nur in der Nacht, während in NSW bereits jetzt die Buschfeuer wüteten und ganze Dörfer abgefackelt haben. Trotz der zunehmenden Wetterextreme will ein großer Teil der Australier nichts vom Thema Klimawandel etc. wissen. Die weit verbreitete lockere Lebenseinstellung „no worries“ ist insoweit (wie bei manch anderen politischen Themen) von Ignoranz kaum zu unterscheiden. Es gibt hier zwar sehr engagierte Environmentalists/Natur- und Umweltschützer, aber die kämpfen einen ungleichen, mitunter lokal begrenzten („keep Augusta clean and tidy„) Kampf gegen die Übermacht der Mining-Industrie, deren gut geölte Lobbyisten im Schulterschluss mit den Murdock Medien (Australien verfügt über eine der konzentriertesten Medienlandschaften in der westlichen Welt) und der sog. Liberalen Partei, die mit den rechten Nationals kooperiert. Die Greens, obwohl in der letzten Wahl 2025 knapp über 12%, spielen in Australien parlamentarisch nur eine kleine Rolle, denn aufgrund des Mehrheitswahlsystems hat sich hier im Bundesparlament im Wesentlichen eine ziemlich starre zwei-Parteien-Struktur von „Labor“ und den „Liberals“ zementiert. Nur im Senat (2. Kammer), der teilweise repräsentativ zusammen gesetzt ist, stellen die Greens immerhin 11 von 76 Senatoren, dagegen nur einen Abgeordneten in der 1. Kammer. Selbstverständlich reicht dieser politische bzw insb. der auf den Klima- und Umweltschutz bezogene Aspekt nicht aus, um „Land und Leute“ zu beschreiben (hierfür unvergleichlich immer noch das Buch „Down under“ von Bill Bryson; sehr gut, aber ganz anders – ironisch, sarkastisch, zuweilen zynisch – sind auch die Reisegeschichten von Andreas Altmann „Im Land der Regenbogenschlange“). Das typische „no worries“ hat auch weiterhin seine positiven Seiten. Viele Menschen, die wir getroffen haben, sind es immer noch: sehr locker und offen, zugänglich, freundlich, hilfsbereit. Doch in meiner Wahrnehmung nehmen die „anderen“ (Choleriker, egomanische Wutbürger und Dumpfbacken, …) und die Rücksichtslosigkeit (z.B. erlebt im Straßenverkehr) leider auch hier zu. Insoweit ist 🌏 keine Insel. Besonders sichtbar ist auch die große Anzahl von Menschen mit psychischen Problemen und/oder schlechtem Gesundheitszustand. Denjenigen, die nicht über eine reguläre Arbeit, Einkommen und damit eine Krankenversicherung oder sonst über hinreichende Ressourcen verfügen, sieht man es oft an. Anderseits sieht man in den australischen Urlaubsregionen eine große Zahl von aktiven und gut betuchten 50+ Rentnern.
Auf „the elderly“ wird in ihren Refugien vielfach rücksichtsvoll hingewiesen. Die Kontraste u.a. auch grandiose Natur und menschliche Zerstörung, die migrantisch-kulturelle Vielfalt und das friedliche Zusammenleben der verschiedenen Bevölkerungsgruppen, andererseits die Folgen des Kolonialismus und doch mittlerweile vielerorts zumindest partiell eine zunehmende „awareness“ für die indigenen Kulturen und Rechte waren für mich seit jeher ein charakteristisches Merkmal dieses weiten Kontinents. Freilich, trotz aller Faszination, welche dieses Land auf mich ausübt, auf Dauer dort meinen Lebensmittelpunkt (vgl. § 30 Abs 3 S. 2 SGB I 🎓) könnte und wollte ich down under nicht einrichten.
Da wir erst am Nachmittag in Perth ankamen und die Übernahme des Campervan auch seine Zeit benötigte, hatten wir bereits von zuhause aus geplant, die erste Nacht im Yanchep NP (nicht weit von Perth entfernt) zu verbringen. Ein wunderbares noch geschütztes Kleinod, eine an die Ausläufer der Stadt heranreichendes Schmuckstück der australischen „Wildnis“ (eher Bushland als Outback) in Miniatur mit Kangaroos, Galas et al. zuhauf ebenso wie den wunderschönen Grasbäumen und Karri-Bäumen.
Leider hatten wir auch mit diesem zweiten Campervan Pech und unterwegs einige Probleme (zB Probleme mit der Bordelektrik, so dass eine neue Batterie eingebaut werden musste; Gewinde im Ventil der Abwasserentsorgung war durch, … ). Die angebliche Premiummarke Maui konnte die Versprechungen im Hinblick Qualität nicht erfüllen und war ihr Geld nicht wert – ein Fall für eine Mediation 😠. Dass es trotzdem eine wunderbare Reise war, liegt vor allem an den visuellen Eindrücken und schönen Erlebnissen. Ohne viele, zur Beschreibung ohnehin nicht hinreichende Worte mögen wieder einige Fotos die Schönheit der Landschaft, der Natur und des „wildlife“ in Westaustralien andeuten. 🦘🦘🦘 gibt es hier mehr als auf Kangaroo Island, zurzeit mit vielen Jungtieren („Joeys“). Kangaroos sind zwar lieb und süß, aber (alle?) strohdumm, rennen zu Fuß über die Autobahn und wechseln plötzlich oder bei Rot die Straßenseite und kommen dadurch unter die Räder. Ein gefundenes Fressen für viele andere; in der Tat schmeckt 🦘-Fleisch ziemlich gut, ist Bio und hat wenig Fett. 🐨🐨 kommen in Westaustralien natürlich nicht vor (mit Ausnahme einer im Yanchep NP gehaltenen Gruppe). Wer sie in ihrem Habitat sehen will, muss eben doch nach Qld, NSW oder Südaustralien, z.B. in den Otway NP). Es gibt aber in Westaustralien hinreichend andere faszinierende, z.T. endemische Fauna und eine ebenso faszinierende Flora. Mich begeistern insb. die australischen „Weihnachtsbäume“ (nuytsia floribunda und metrosideros excelsa), die zT aus tiefschwarz verkohlten Stammen und Ästen ihr Blüten explodieren lassen (überhaupt ist die Blütenpracht im australischen Frühling wunderschön), oder die mitunter mehrere Jahrhunderte alten Grasbäume, die hohen Karri-/Eukalyptuswälder, häufig von Buschfeuern angeschwärzt, die sie überstanden haben, sowie die Frische und Vielfalt der Farne und ihr sattes, leuchtendes wie tiefes Grün (wer mehr auf rot steht, sollte in den Norden Westaustraliens reisen). Im breiteren Küstenstreifen im Süden West-Australiens reiht sich neben dem weiten Farmland und den Weinanbaugebieten ein NP an den anderen. Man findet oft beides bzw. Mehreres nah zusammen: verschieden grünen (z.T. noch Ur-)Wald, trockenen Bush und rote Sandebenen sowie wilde Küste und das Meer (Entsprechendes gilt übrigens auch für den nördlichen Teil von Qld, der dazu noch subtropischer ist).
Das in so vielen Variationen leuchtende, die Natur widerspiegelnde, beruhigende, auf die Seele stets positiv wirkende Grün ist meine Lieblingsfarbe, freilich nicht der Einzige Grund, warum ich damals in die Partei eingetreten war – jetzt kommt ein gedanklicher Sprung, aber darüber habe ich tatsächlich auf den Wanderungen oder am Lagerfeuer nachgedacht – sondern v.a. ihre im Wesentlichen auf Rationalität und Wissenschaftlichkeit basierende Politik und vor allem wegen ihres Eintretens für Rechtsstaatlichkeit und Europa. Man muss ja nicht unbedingt Jürgen Habermas gelesen haben, um sich dessen zu vergewissern – freilich schadet es auch nicht. Er ist nicht der einzige, der diese Aspekte (zB in mehreren Gastbeiträgen in der SZ, zuletzt am 20.11.2025; siehe → hier) aufgegriffen hat. Leider trifft aber seine Analyse der geopolitischen Weltlage zu – wie auch seine Mahnung notwendig ist, sich stärker für ein starkes Europa und den demokratischen Rechtsstaat des GG zu engagieren (vgl. SZ v. 21.03.2025). Mir scheint, es ist vielfach noch nicht hinreichend bewusst, dass Europa (vielleicht mit Canada, NZ und ?; vgl den Demokratie- und Rechtstaatlichkeit-Index zB vom World Justice Project oder vom The Economist) mittlerweile eine der wenigen Inseln ist, die man noch als vollständigen demokratischen Rechtsstaat bezeichnen kann und wo derzeit noch die grundlegenden Werte und Interessen und die rationalen Errungenschaften der Aufklärung geteilt werden. Australien ist trotz des zunehmend asiatischen Einflusses historische-kulturell noch angelsächsische geprägt und tickt weit neoliberaler als Deutschland. Viele, auch ganz nette Leute sehen down under im Staat nur einen Gegner, der die persönliche Freiheit beschneiden und an den man kein Steuern zahlen will. Die Segnungen des demokratischen Sozial- und Rechtsstaats (zB auch die öffentliche Daseinsvorsorge und Sozialversicherung), insb. auch für diejenigen, die nicht über große Finanzressourcen verfügen, kennen die meisten hier nicht (viele Leute haben hier keine hinreichende Krankenversicherung und auffallend viele ziemlich schlechte Zähne). Victoria tickt etwas europäischer, fortschrittlicher, „liberaler“ (d.h. es wird nicht von den sog. „Liberals“ regiert) als die anderen Bundesstaaten. Dort dominiert auch der m.E. athletischste und auch passiv am interessantesten zu verfolgende Sport, der sog. Australian Rules Football. Qld ist zunehmend rechtslastig in der politischen Atmosphäre (weshalb Freunde von mir aus Brisbane weg- nach Melbourne gezogen sind). Andererseits sind meiner Wahrnehmung nach auch dort zB LGBTQ kein Aufreger (mehr) oder es werden die Rechte der indigenen Bevölkerung für mich deutlich wahrnehmbarer als in während meiner letzten Aufenthalte thematisiert. Überall in Australien ist der Nachbar China und die chinesische Politik Thema. Der zunehmende asiatische/chinesische, insb. wirtschaftlich wie ethnisch-kulturelle Einfluss ist auch in den „Stadtbildern“ sichtbar (Merz scheint seine missratene Aussage immerhin zurück genommen zu haben, aber auch die Leute in Belém und Luanda haben eine Entschuldigung verdient), wobei die meisten dieser Menschen wohl entweder australische Staatsbürger oder (häufig gut zahlende) Studierende sind (der tertiäre, kommerzialisierte Bildungssektor ist nach der Mining/Rohstoff-Industrie und dem Tourismus ein großer Wirtschaftszweig) oder stellen – insb. auf der Great Ocean Road sichtbar – einen Großteil der Touristen. Putins Krieg gegen die Ukraine ist hier auch medienmäßig weiter weg, ungeachtet dessen ist 🇦🇺 außerhalb der NATO einer der größten auch finanziellen Unterstützer der Ukraine. Aber Israel und Palästina ist auch down under ein heißes, mitunter viel zu heiß gekochtes Thema, was wohl nun auch am ersten Tag des Chanukka Festes in Sydney/Bondi Beach zu dem fürchterlichen wie widerlich-feigen Anschlag auf die jüdische Gemeinde geführt hat. Seit unserer Abreise aus Hannover ließen mich die Geschehen in Israel und Palästina (aber auch der zunehmende Antisemitismus in Deutschland und der Welt) nicht los, sie machten mich auch hier ungeschmälert „betroffen“ und traurig. Die Verstöße und Verbrechen gegen das humanitäre Völkerrecht sind unerträglich, die schleichende Annexion (auch des Westjordanlands) ebenso völkerrechtswidrig. Zwar ist das Existenzrecht Israels als Staat (immerhin noch die einzige Demokratie in der Region) für mich insb. aus historischen Gründen weiterhin „Staatsräson“ für die Bundesrepublik Deutschland, mithin aber eine politische wie gesellschaftliche Verpflichtung, die selbstredend auch die Achtung des Völkerrechts einschließen muss. Diese Verantwortung darf deshalb nicht blind sein gegen über den Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Mit dieser extrem rechten, in Teilen faschistischen Netanjahu-Regierung darf man keine gemeinsame Sache machen, freilich genauso wenig sich mit der Hamas und vergleichbaren Terrororganisationen solidarisieren. Nicht diese, sondern die leidenden Menschen in Palästina und Israel haben Anspruch auf unsere Solidarität und Unterstützung. Deutschland tut da zu wenig und z.T. das Falsche. Das ist zudem keine Rechtfertigung für den zunehmend wahrnehmbaren (nicht mehr nur latenten) Antisemitismus (nicht nur in sog. linken Szene), der dem ebenso hässlichen Rassismus (nicht nur auf der rechten Seite) die Hand reicht.
Das ist nur ein Ausschnitt der hier diskutieren Themen, meistens dreht es sich um inneraustralische und lokale „Aufreger“ („sharks at the bay„, „Australia lost test“ e.g. Cricket against India, Rugby against NZ). Oder aktuell die Nutzungseinschränkung der digitalen (vermeintlich sozialen) Medien für unter 16 Jährige – immerhin haben die in 🇦🇺 in diesem Bereich ein erstes Minderjährigen-Schutzgesetz hinbekommen und dabei die wissenschaftlichen Erkenntnisse ernst genommen 👍👏. Hoffentlich funktioniert es auch in der Umsetzung. Auch im Bereich „Public Health“ sind die Australier weiter als in Deutschland (wahrscheinlich ist das in diesem Sektor korrespondierend zur fehlenden allgemeinen Krankenversicherung 🤔). Schon komisch, dass auf Deutschland stets als bürokratisches Vorschriftenland geschimpft wird, während viele öffentliche Regeln zum Schutz von Verbrauchern, Minderjährigen, … oder der Bevölkerung insgesamt hier (und anderswo) erheblich strenger sind, in Australien scheint nahezu alles im öffentlichen Leben irgendwie geregelt (worüber und die mitunter possenhafte Beispiele von offensichtlicher Unvernunft sich zB Andreas Altmann amüsiert bzw. sich die Haare rauft). Auch das Tempolimit von max. 110 km/h auf Autobahnen ist hier selbstverständlich. Die in Deutschland im Verbraucherschutz- und Gesundheitsbereich viel berufene „Freiheit“ vor „staatlicher Bevormundung“ liegt nur im Interesse weniger, aber deren Einfluss ist ziemlich stark. Während sie angebliche Denk- und Sprachverbote beklagen, haben insb. diese alt- wie neu-rechte Personengruppen freilich keine Scham, für ihre eigenen Interessen und politischen Ziele Verbote zu fordern bzw. einzuführen (zB Verbot gendersensibler Formulierungen, keine Veggieschnitzel mehr, …) oder sprachpolitisch mit einer widerlichen Lexik umzugestalten. Der demokratische Rechtsstaat des GG hat allerdings eine Schutzverpflichtung für seine Bürger:innen, insb. für vulnerable Gruppen nicht nur in der Kinder- und Jugendhilfe (vgl. Corona-Entscheidungen des BVerfG). Wer vorgibt, dass die Forschungslage im Hinblick auf die Auswirkungen der „Sozialen“ Medien auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen nicht eindeutig seien, will oder kann offenbar seriöse wissenschaftliche Quellen nicht lesen (vgl mein Hinweis auf die zusammen gefassten Erkenntnisse der Nationalakademie Leopoldina “ v. 13.08.2025). Freilich, wer Kindern und Jugendlichen die Nutzung (besonders schädlicher) Medien verbietet, aber selbst dauernd am Handy hängt, ist Teil des Problems. Das ist bei anderen Suchtstoffen (Alkohol, Tabak, Glücksspiele etc) ebenso. Aber dies scheinen manche nicht zu verstehen oder offen legen zu wollen. Ach ja, auch für Bildung gibt Australien gemessen an der Wirtschaftskraft mehr als Deutschland aus, aber das tun ja auch die meisten europäischen Staaten 😭.
Die letzten Zeilen zeigen, dass mensch/ich den wichtigen (privaten, politischen, gesellschaftlichen, …) Fragen auch down under nicht entrinnen kann/konnte, zumal ich mich Dank der digitalen SZ nicht von der allgemeinen Nachrichtenlage, der Welt- und heimischen Gesellschaftspolitik abschotten wollte. Aber es war gut, etwas Distanz zu haben und darüber immer wieder zu reflektieren.
…
Gut durch das Onleihe-Angebot der Stadtbibliothek Hannover auf dem Tablet ausgestattet, blieb gefühlt nicht genug Zeit zum Lesen. Gerade noch rechtzeitig habe ich das Buch der Schweizer Philosophin Barbara Bleisch „In der Mitte des Lebens“ (2024) gelesen, ist diese Mitte doch definiert als Altersspanne zwischen 35 und 65 Jahren 😅. Was für eine scharfsinnige Beobachterin und Analystin. Was für eine phantastische Erklärerin, was für eine Sprachkunst. Ein kluges, wissenschaftliches (auch die Quellenangaben und die Anmerkungen in den Fußnoten sind überaus lesenswert) gleichzeitig sehr verständliches wie verständnisvolles Buch (keine plumpe Ratgeberliteratur), welches das Potential der mittleren Lebensspanne und der Zeit darüber hinaus differenziert wie tiefgehend in einer praktischen „Philosophie der besten Jahre“ aufzeigt. Das ist meine Leseempfehlung des Jahres in der Kategorie Sachbuch, wobei es weit mehr als das ist. Da steckt so viel drin an Fragen, Fakten und Wissen, an Reflexion und Einsicht, dass man das Buch gerne drei oder vier Mal lesen will, weshalb ich es mir gleich nach der Rückkehr in einer analogen Printausgabe zulegen (so praktisch der online Reader auf Reisen ist, es fehlt mir die Möglichkeit, im Buch arbeiten, mit Bleistift unterstreichen und Anmerkungen machen zu können) und auch gern (auch an jüngere Jahrgänge) verschenken werde. Allein die aus meiner Sicht prägnantesten Zitate füllten viele Seiten, die dieser Reisebericht nicht hergibt.
….. (to be continued)
Interessierte Leser:innen erhalten die (ungekürzten) Reiseberichte inkl. der Fotos auf Nachfrage (bitte via Email mit vollständiger Kontakt-Adresse) ggf. via Email zugesandt.
Nachfolgend eine Auswahl der Fotos aus Queensland (Brisbane und naheliegende Nationalparks, ua Lamington, Springbrook, Kondalilla Falls, Glashouse Mountains sowie Sunshine Coast), Victoria/Melbourne und Südaustralien (insb. Great Ocean Road, Otway NP, Grampians NP, Kangaroo Island) sowie abschließend der Süden Westaustraliens (insb. D’Entrecasteaux-Nationalpark, Hamelin Bay, Walpole-Nornalup NP, Yanchep NP).


































































































Praktische Reisetipps für Australien zu Fragen und Themen, die Sie woanders so nicht finden können bzw. die auf anderen Internetseiten falsch oder mangelhaft gepostet werden:
Telefonieren und Internetzugang:
In Australien ist es immer noch wichtig, eine funktionierende Mobilfonnummer für’s Telefonieren zu haben, also nicht nur Datenvolumen um online sein zu können. Wer ein Mietwagen oder insb. einen Campervan/Wohnmobil o.a. mietet, braucht (am besten eine australische !) Mobilfonnummer, sei es zur Pannenhilfe, für den Kontakt zur Autovermietung oder insb. zur Reservierung von Hotel und Campgrounds (auch in den Nationalparks). Vieles läuft zwar mittlerweile über Online-Booking, aber bei „Schwierigkeiten“ (auch kleinere Probleme, z.B. wenn online alle Verfügbarkeiten als ausgebucht angezeigt werden), bei mangelnder Netzabdeckung (was selbst bei Telstra und Optus in diesem riesigen Land nicht selten vorkommt) lässt sich das Problem zumeist mit einem Anruf lösen (wenn Menschen statt Maschinen miteinander kommunizieren).
Anders als viele im Internet auffindbaren „Informationen“ und (Werbe-)Ratschläge empfehle ich ausschließlich, in Australien eine ESim oder physische Sim-Karte zu kaufen und zu nutzen und zwar sowohl im Hinblick auf die australische Rufnummer, die Verbindungsmöglichkeiten wie auch aus Kosten-Nutzen-Gründen. Die Angebote sind im Vergleich zu denen in Europa angebotenen Offerten unschlagbar günstig, egal ob direkt am Flughafen (das geht zumindest in Melbourne und Sydney, leider gab es keinen Telstra-Shop im Flughafen Brisbane) oder in einer der nächstgelegenen Malls. Unsere Pre-Paid E-Sim bzw. physische Sim-Karte mit eigener australischer Mobilnummer (sog. Pre-Paid Mobile Plans) von Telstra (hat mit Abstand die beste Netzabdeckung, gefolgt von Optus) kostete für 4 Wochen inkl. 45 GB Datenvolumen und Flat-rate Mobilphone und SMS nur 17 Aus$ (ca. 10€!), das Aufladen für weitere 4 Wochen lediglich 35 Aus$ (bei einem Euro-Wechselkurs von ca 0,6). Optus ist vergleichbar günstig – egal ob am Flughafen oder in den Malls/Supermärkten, die Preise sind überall gleich). Damit sind diese in Australien verfügbaren Angebote sowohl im Preis-Leistung-Vergleich (als auch im Hinblick auf den Vorteil eine australische Telefonnummer zu haben) weitaus besser als alle anderen in Deutschland o.a. beworbenen Tarife. Die Mitarbeiter:innen der Telefonläden waren überall sehr hilfsbereit, die E-Sim-Karte zu installieren, zu testen (wichtig, weil die australischen E-Sim nicht in allen Mobilphons funktionieren) und in Betrieb zu nehmen. Weil es bei einem unserer Mobilphons nicht funktioniert hat, bekamen wir anstandslos das Geld zurück.
Tanken (Benzin oder Diesel):
Benzin und Diesel war (Ende 2025)/ist in Australien erheblich günstiger als in Deutschland. Im Hinblick auf den Klimaschutz ist das nicht vorteilhaft, zumal viele der in Australien genutzten Fahrzeuge (insb. die 4wheel-Pickups) ziemlich viel Sprit verbrauchen). Wir waren aber überrascht, innerhalb eines kleinen Radius von 3-5 KM mitunter Preisdifferenzen von mehr als 50 Aus$-Cent (als ca. 25-30€-Cent) feststellen zu können, mitunter lagen die Tankstellen wenige Hundert Meter auseinander. I.d.R. sind die sog. unabhängigen Tankstellen (unterschiedlichster Firmennamen) deutlich günstiger als die Tankstellen der großen Mineralölkonzerne. Aber 3 km weiter konnte das wieder ganz anders sein. Insoweit lohnte es sich schon, bei der Routenplanung zu schauen, wo welche Preise angeboten werden. Andererseits Vorsicht, man sollte den Tank nicht auf den letzten Tropfen leer fahren, es gibt Regionen, da kommt 100-200 km keine Tankstelle.
Campgrounds – Reservierungen
Anders als in den früheren Jahren mussten wir feststellen, dass selbst die entlegensten Nationalpark-Campgrounds nur noch online buchbar waren bzw. reserviert werden mussten. Gerade im Hinblick auf die mitunter längere und unbequeme Anreise (auf unbefestigten Wegen, sog. dirt roads) sollte man nicht auf gut Glück versuchen, irgendwo einen Platz zu bekommen und wie früher das Übernachtungsgeld in eine Box bei Eingang in den NP zu werfen (das gibt es so nicht mehr). Während der Woche mag das funktionieren, an den (verlängerten) Wochenenden waren die meisten Plätze insb. im Einzugsbereich der Städte (100-200 km, da ist man oft schon mitten im Bushland) waren die Plätze zumeist ausgebucht. Selbst wenn man einen Platz spontan ergattert haben sollte, zahlen muss man online, leider ist das Netz nicht überall verfügbar (so dass man dann nicht spontan zahlen kann). Viele Campgrounds darf man auch nur bei einer bestehenden Reservierung anfahren (die Ranger wissen Bescheid, ob bezahlt wurde oder nicht …). Auf den kommerziellen Plätzen findet man zumeist noch einen Stellplatz, aber wer will da schon hin und auch dort ist es insb. am Wochenende voll und zumeist erheblich lauter als in den NP und der Natur. Es gibt einige hervorragende Ausnahmen, die mitunter in Kooperation mit den NP-Verwaltung betrieben werden. Zwei davon sind der Hamelin Bay Holiday Park in Karridale WA 6288 oder der Coalmine Beach Holiday Park in Walpole (ca. 6500 km nördlich des Südpols). Die beiden letzteren sind (nur) in der Nähe eine kleinen Dorfes und damit die Internetverbindung selbst über Telstra und Optus ziemlich schwach. Aber genau deshalb fährt man dort hin, zumal die Leute vom Campground sowie die anderen in diese abgelegenen Gegenden hinreisenden Camper sehr nett sind und man dort gemeinsam mit den Kangaroos frühstücken kann.
Camper-Vermietung – Die Crux mit Maui-Campern
Ohne auf alle Einzelheiten eingehen zu wollen, wir hatten dieses Mal (sagen wir) „Pech“ mit der Anmietung der beiden Maui-Campervans. Obwohl als Premiummarke beworben (max. 2 Jahre alte Fahrzeuge und deshalb dieses Mal gebucht) waren beide Wohnmobile ihr Geld nicht wert. Auch wenn man mit geschulten Blick kontrolliert (was man unbedingt tun sollte), manche Mängel (wie z.B. fehlendes Geschirr oder beschädigte Einrichtungsgegenstände, kaputte WC-Kassette, kaputte bzw. fehlende Moskitonetze an den Fenstern) fallen einem bei der Übernahme auf, aber leider nicht alle, sondern zeigen sich erst unterwegs. Der Ausfall der Bordelektronik zwang uns im West-Australien dazu, nach zwei Tagen nach Perth zurückzufahren. Die Fahrzeug-Basis (Mercedes-Sprinter oder VW-Crafter) lief ohne Probleme. Das Problem ist der Innenausbau der neuen Campervans – sowohl im Vergleich zu den früheren Jahren (da hatten wir in Australien und NZ zumeist Apollo-Fahrzeuge) als auch im Vergleich mit europäischen Premiummarken (z.B. Leica-Wohnmobilen). Das Material ist mittlerweile qualitativ schlecht(er), billigster Pressspan, für den intensiven Gebrauch nicht geeignet und (deshalb) vieles kaputt (Tische, Lampen und Schubladen aus der Verankerung gerissen, Esstisch nicht korrekt arretierbar und nicht benutzbar; Ausfall der Bordelektronik und trotz neuer Batterie funktionierte nicht alles ordnungsgemäß; Ventil des Abwasserausgangs defekt, …) bzw. schlecht gewartet und gereinigt. Sie waren den gegenüber Apollo, Britz-Fahrzeugen etc. höheren Preis nicht wert, zumal alle drei „Marken“ unter dem Dach von Thl vertrieben werden und deshalb von denselben Service-Stationen mangelhaft „gewartet“ werden. Offenbar ist die Taktung bei der Vermietung der (offenbar von den Vornutzern intensiv genutzten) Fahrzeuge so eng (gewesen), dass die notwendige Wartung, Instandsetzung und auch Reinigung der Fahrzeuge nicht im hinreichenden, zumal in dem bei der „Premiummarke“ zu erwartenden Maße stattfand.
(… work in progress …)